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IoT in der Gebäude- und Klimatechnik

Interview mit Frank Trautmann, STULZ GmbH

Im Rahmen unseres Interviews mit Frank Trautmann, Head of Key Account Management ITK bei der STULZ GmbH und seit Kurzem Leiter der BREKO-Projektgruppe "Rechenzentren", zum Thema Personal- und Ressourcenschonung, haben wir zentrale Fragen rund um die Anforderungen und Chancen von IoT-Lösungen im Bereich der Gebäude- und Klimatechnik beleuchtet. Es wird deutlich, wie digitale Lösungen wie Gebäudeleittechnik, Netzwerktechnik und Energiemanagement helfen, Betriebssicherheit zu erhöhen und Ressourcen, insbesondere Personal und Kosten, effizienter einzusetzen. Unser modernes Tool „CyberHub Service“ wird uns in Zukunft eine vorausschauende Wartung ermöglichen und optimiert schon jetzt die Zusammenarbeit zwischen Dienstleister und Betreiber.

 

 

Welche Anforderungen haben Betreiber und Dienstleister an IOT, um präventive und korrektive Instandhaltungskosten zu minimieren und die Betriebssicherheit zu steigern?

Die Anforderungen vom Betreiber und Dienstleister liegen gar nicht so weit auseinander: Der Betreiber möchte möglichst wenig Kosten haben und natürlich auch wenig Störungen, da sie den Betriebsablauf stören. Außerdem sind unsere Kunden Firmen, die die Klimatechnik dazu nutzen, ihre Betriebsabläufe zu sichern. Als Dienstleister möchten wir in Verbindung mit IoT erreichen, dass wir die korrektiven Maßnahmen durch präventive Maßnahmen ersetzen können. Die IoT soll uns helfen, im Vorfeld zu erkennen, welche Störungen in Zukunft unter Umständen auftreten, beziehungsweise, welche Maßnahmen in Zukunft anfallen. Zudem wollen wir unser Personal, welches begrenzt ist, so effektiv wie möglich einsetzen, damit sie möglichst nicht in der Nach auf Dächer klettern müssen.


Welche Rolle spielen Gebäudeleittechnik, das Netzwerk und das Energiemanagement innerhalb der IoT und wie tragen diese zur Ressourcenschonung bei?

Die Gebäudeleittechnik ist in der Regel das Mittel, um Störungen und Fehlfunktionen frühzeitig zu erkennen. Die Netzwerktechnik ist unsere Übertragungstechnik an einem zentralen Ort, der sowohl bei STULZ als auch bei einem Kunden in einem National Operating Center sein kann. Das Energiemanagement ist am Ende einerseits dafür da, dass unsere Kunden Kosten reduzieren und uns hilft, Fehlfunktionen frühzeitig zu erkennen. Das heißt, diese drei Komponenten sind die tragenden Komponenten, die den Zustand des Rechenzentrums nach außen tragen. Unser Ziel ist es, alle drei Komponenten an einer anderen Stelle als Datensammler wieder zusammenzuführen und mit Algorithmen zu versehen und somit eine Ressourcenschonung bei dem Personal und bei den Kosten zu erzeugen.

Einmal ein Beispiel: sollte das Gerät beim Kunden nicht energetisch laufen, müssen wir eine Korrektur machen. Dafür lesen wir den Standort aus und schauen, was verbessert werden kann. Dann wird dafür eine neue Software-Version geschrieben und wir rollen dies über das System CyberHub Service für jeden Standort des besagten Kunden aus, in dem jeder Servicetechniker bei der nächstanstehenden Wartung das Update durchführt – auch das ist IoT-Nutzung. CyberHub Service nutzen wir, um unsere Techniker und in erster Linie auch unsere Kunden überall einen einheitlichen Softwarestandard und die energieeffizienteste Lösung zu bieten.
 

Welche Maßnahmen innerhalb der IoT unterstützen in Zukunft eine prädiktive Wartung an Produkten der STULZ GmbH und welchen Einfluss hat dies auf das Personal und die Instandhaltungskosten?

Die besagten Systeme Energiemanagement, Gebäudeleittechnik und Netzwerktechnik kommen hier zum Tragen. Auch die Komponente CyberHub Service darf nicht vergessen werden. Hier kommt allerdings noch unser Regler „E Square/E2“ hinzu. Der Regler zählt zum Thema Gebäudeleittechnik, Netzwerktechnik und Energiemanagement, wohingegen CyberHub Service dagegen mehr oder weniger unser Datensammler wird, mit dem wir unserem Kunden auch die Möglichkeit einer Budgetplanung zur Verfügung stellen. So kann der Kunde zum Beispiel alle anlagen- oder gerätebezogenen Rechnungen zusammenziehen. Anhand dessen sind wir in der Lage, störungsanfällige Anlagen zu identifizieren. Diese Standorte schauen wir uns gezielt an und werten aus, ob unter Umständen die genutzte Klimatechnik veraltet ist und ausgetauscht werden muss.

Das bedeutet: CyberHub Service ist das Bindeglied zum Kunden. Die Kundenseite meldet dort die Störung und wir leiten diese über CyberHub Service an unsere Servicetechniker weiter. In dem Fall setzen wir uns mit dem Kunden in Verbindung und machen zusammen einen Termin aus. Über die Software können wir jeden Status des Auftrags einsehen. Bei Beendigung der Arbeit erhält der Kunde sofort den fertigen Störungsbericht in seinem System. Der Vorteil ist, dass die meisten unserer Kunden redundante Geräte haben. Das bedeutet, wenn ein Klimagerät ausfällt, ist es zwar eine Störung, aber nur mit Prio 2 zu bewerten, da ein Stand-By Gerät die Arbeit übernimmt. Diese Störungseinsätze können dann ruhig auf den nächsten Arbeitstag verlegen. Aber wenn aus der Prio 2 Störung eine Prio 1 Störung wird, wenn gleichzeitig im Raum auch die Temperatur über einen gewissen Grenzwert ansteigt, muss sofort gehandelt werden. IoT hilft uns das zu erkennen und zu differenzieren. Dazu benötigen wir die Gebäudeleittechnik, die erkennt, dass Klimagerät 1 gestört ist, aber die Raumtemperatur stabil bleibt.

Wichtig hierbei ist, dass nicht nur unsere Systeme miteinander arbeiten, sondern auch unsere Systeme mit den Kundensystemen kompatibel sind, da die Gebäudeleittechnik dem Kunden gehört. Auch die Netzwerktechnik ist vom Kunden. Der Regler gehört physisch dem Kunden, aber da er vom Unternehmen STULZ stammt und wir die Software entwickelt haben, können wir diese steuern. Das Energiemanagement hingegen kann von STULZ kommen, aber es kann auch von einem dritten Anbieter kommen. Wie gesagt, IoT umfasst bei uns die Hauptkomponenten Gebäudeleittechnik, Netzwerktechnik, Energiemanagement und CyberHub Service.